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Richtiges Verhalten im Schadensfall und Schutz Ihrer Patientenrechte
Nach einem ärztlichen Kunstfehler überschlagen sich einerseits die Ereignisse, andererseits sind Patienten
und Angehörige häufig emotional stark angegriffen. Eine denkbar
schlechte Kombination, insbesondere wenn man sich vor Augen führt, daß
Weichenstellungen unmittelbar nach dem Schadensfall
für den gesamten weiteren Verlauf von größter Wichtigkeit, mitunter
prozeßentscheident sein können. Umso wichtiger ist es -so schwer es
auch fallen mag- sachlich und nüchtern zu agieren.
In einer ersten Phase sind zunächst Beweise zu sichern. Dazu gehören nicht nur Kopien der Krankenakte
einschließlich weiterer Befunde etc. sondern vor allem ein sofortiges
Gedächtnisprotokoll der Vorgänge. Dies sollte sofort nach Aufkommen
auch nur eines Verdachts auf einen Schadensfall
erstellt werden. Das Gedächtnisprotokoll beinhaltet neben Datum,
Uhrzeit, Ort (einschließlich der Bennenung der Station, z.B.
Notaufnahme, Kreißsaal, Wachstation, Intensivstation), den
chronologischen Ablauf der Vorgänge sowie sämtliche Anwesenden und
hinzukommenden Personen einschließlich der Uhrzeit und der Funktion /
Stellung der Person (z.B. Krankenschwester, Hebammen, Assistenzarzt, Oberarzt, Chefarzt, Belegarzt).
Auch wenn Sie dabei möglichst sachlich vorgehen, so sollte eine
persönliche, alos durchaus subjektive Einschätzung zu den jeweiligen
Vorgängen nicht fehlen (z.B Arzt wirkt überfordert, nervös,
übernächtigt, usw.). Bewahren Sie alle Rechnungen und Belege über selbst finanzierte Gesundheitsmaßnahmen sorgfältig auf.
In einer zweiten Phase werden die Beweise /
Fakten ausgewertet und das weitere Vorgehen abgestimmt. Bereits in
dieser Phase ist es ratsam sich von einem auf Medizinrecht / Arzthaftungsrecht / Geburtsschadensrecht spezialisierten Anwalt / Kanzlei bzw. einem Fachanwalt für Medizinrecht beraten zu lassen. Denn im Medizinrecht kommt zu der juristischen Problematik immer auch die für ungeübte schwer zu durchschauende medizinische Seite. Einem spezialisierter Anwalt kommt hier seine Erfahrung aus vielen Fällen zu Gute. Er wird Sie über die Beweislast und Beweislastumkehr informieren und die Beweisbarkeit in Ihrem Fall prüfen. Weiterhin werden Patienten von Arzthaftpflichtversicherungen häufig
nicht als gleichwertige Verhandlungspartner auf Augenhöhe akzeptiert.
Sofern Sie bestimmte Einkommensgrenzen nicht überschreiten besteht die
Möglichkeit Prozeßkostenhilfe zu beantragen.
In einer dritten Phase entscheiden Sie dann zusammen mit Ihrem Anwalt,
ob Sie zivilrechtlich und / oder strafrechtlich gegen den Arzt (bzw.
gegen dessen Versicherer) vorgehen. In den aller meisten Fällen geht
einer gerichtlichen Auseinandersetzung eine außergerichtlicher
Einigungsversuch voraus. Dem Arzt wird so die Möglichkeit eröffnet
geräuschlos, d.h. außerhalb eines in der Öffentlichkeit breit
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